Hauptseminar im Sommersemester 2010: Gottfried von Straßburg, 'Tristan'

Dienstag, 14-16 Uhr c. t., Raum KG III - HS 3301


Im ‚Tristan’ Gottfrieds von Straßburg wird nicht nur radikal der Konflikt zwischen Liebe und sozialer Norm auf die Spitze getrieben, im Vorgang des Erzählens verunsichert Gottfried seinen Leser auch auf anderen Ebenen: Wie verläßlich ist Sprache, wenn ein und dasselbe Wort (etwa minne, êre) so viele Bedeutungen haben kann? Wer sorgt eigentlich für den Fortgang der Handlung, wenn keine einzelne Instanz mehr dafür verantwortlich gemacht werden kann? Gottfrieds faszinierender Text führt zu Grundfragen des Erzählens, die im Seminar durch die Entwicklung eines erzähltheoretischen Instrumentariums formulierbar werden sollen. Dazu kommt ein komparatistischer Aspekt: Zumindest ansatzweise sollen weitere Texte und Bildzeugnisse der europäischen 'Tristan'-Tradition vergleichend einbezogen werden.

Textgrundlage: Gottfried von Straßburg: Tristan. Nach dem Text von Friedrich Ranke neu hg., ins Nhd. übersetzt und mit einem Stellenkommentar versehen von Rüdiger Krohn, Stuttgart: Reclam, 3 Bde. (RUB 4471-4473)
Zur Einführung: Christoph Huber: Gottfried von Straßburg, Tristan, 2., verbesserte Auflage, Berlin 2001 (Klassiker-Lektüren 3).

Anmeldung über das elektronische Vorlesungsverzeichnis der Uni Freiburg ab 15.02.2010.

Bei dem Bild handelt es sich um einen Holzschnitt aus dem Jahr 1484 (aus der Inkunabel GW 12819 Historia. Tristan. Tristrant und Isalde. Augsburg: Anton Sorg, 1484): Die Liebenden sitzen in einem schwankenden Schiff, ohne festen Boden unter den Füßen, selbst wenn sie sich nicht auf dem Meer befinden ... Hinweise zu Copyright und Rechteinhabern finden Sie hier.

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