Was ich nie wieder in einer Hausarbeit lesen will (1): Genitiv -s bei mal. Namen

"Wolfram von Eschenbachs 'Parzival'" ist eine falsche Genitivbildung. "von Eschenbach" ist nicht der Name eines Adeligen, sondern eine blanke Herkunftsbezeichnung, die nicht eigentlich Bestandteil des Namens ist und deshalb nicht flektiert wird. Es muss also heißen: "Wolframs von Eschenbach 'Parzival'". Das gilt auch für Hartmann von Aue, Gottfried von Straßburg, Walther von der Vogelweide ... usw.
Man kann folglich den Namen auch nicht abkürzen bzw. auf den "Familiennamen" reduzieren, etwa so: "Damit will von Eschenbach ausdrücken, dass ...". Richtig wäre "Damit will Wolfram ausdrücken, dass ...", sofern aus dem Kontext erkennbar wird, welcher Wolfram gemeint ist. Vor allem in der Lyrik-Forschung wird manchmal etwas unsauber formuliert; es wird dann statt "Heinrich von Morungen" gelegentlich nur "Morungen" geschrieben oder gesagt ("Bei Morungen ist es so und so ..."). Das ist aber letztlich nicht korrekt.
(Wird fortgesetzt ...)

Kommentare:

  1. minnesang-vorlesung, blatt 7:
    dagmar hirschberg: morungenS (!) konzept der 'herzeliebe' ;-)

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  2. Sag ich ja: Bei Heinrich von Morungen (und anderen Minnesängern) wird das nicht immer korrekt gehandhabt!

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