Vorlesung im Wintersemester 2009/2010: Textkulturen in der Vor- und Frühmoderne

Mittwoch, 8:30 - 10:00 s.t., HS 1098 KG1

Die Vorlesung wird an markanten Beispielen Bedingungen und Besonderheiten mittelalterlicher und frühneuzeitlicher 'Textualität' vorstellen. Dabei interessieren vor allem Spannungsfelder und Übergänge: Zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit, zwischen Manuskriptkultur und frühem Buchdruck, zwischen Hören und Sehen sieht die Entstehung, Verbreitung und Reproduktion von Texten anders aus als in der Moderne. Diese spezifische Medialität der Textkulturen in Vor- und Frühmoderne wirkt sich auch auf die Faktur der Texte selbst aus: Deshalb geht es in der Vorlesung nicht allein um Fragen der Produktion, Überlieferung und Reproduktion, sondern auch um die spezifische Literarizität und Verfasstheit von Texten in bestimmten 'Textkulturen'. Textkulturen sind immer wieder Teil oder auch Folge, manchmal aus Voraussetzung bestimmter sozialer Strukturen und Entwicklungen: Kloster, Hof, Universität sind soziale Räume mit je eigenen 'Textkulturen'. - Der Blick auf Mittelalter und Frühe Neuzeit soll nicht ohne Bezug auf die Gegenwart bleiben: Bei aller Unterschiedlichkeit zeigen sich in der (post)modernen Kultur auch erstaunliche Parallelen zu 'mittelalterlichern' Verhältnissen. Das Internet erzeugt Reproduktionsmöglichkeiten, die denen einer Manuskriptkultur ähnlich sind. Steht der Gutenberg-Kosmos mit der Möglichkeit der 'kontrollierten' Reproduktion vor dem Aus?

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